Herbert Albrecht

Skulpturen (zum kommenden 90. Geburtstag)
Vernissage: 10.10.2016 19:00
21.10.2016 bis 26.11.2016


 

Herbert Albrecht wurde 1927 als ältestes von neun Kindern geboren. 1941 besuchte er die Bildhauerklasse bei Hans Pontiller an der Kunstgewerbeschule in Innsbruck.

Sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien begann er 1949 in der Bildhauerklasse von Franz Santifaller. Ab 1951 bis 1955 setzte er sein Studium in der von Fritz Wotruba geleiteten Bildhauerklasse fort. Zu seinen Kollegen zählten unter anderen: Wander Bertoni, Otto Eder, Josef Pillhofer oder Andreas Urteil.

Albrecht kehrte Mitte der fünfziger Jahre nach seinem abgeschlossenen Studium nach Vorarlberg zurück. Anfang der sechziger Jahre entstand die große Portalplastik für die neugestaltete Kirche der Zisterzienserabtei Mehrerau in Bregenz. Seine figurale Anschauungsweise ist anfänglich von der tektonischen Auffassung Wotrubas geprägt und dennoch gelangt Albrecht zu einem vollständig eigenen Formenkanon.

Die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper bestimmte sein bisheriges künstlerisches Schaffen: Stehende, Sitzende, Liegende, Mutterfiguren, Torsi und Köpfe, vor allem immer wieder Köpfe. Grundsätzlich ist der Mensch für ihn jenes Motiv, mit dem er all das aussagen und gestalten kann, was ihm als künstlerisches Anliegen am nächsten liegt, wobei den Künstler formale Interpretationen am stärksten faszinieren. Dennoch steht das Thema Kopf allemal im Vordergrund – eine durchgehende Thematik seit den sechziger Jahren – durch die Vielfältigkeit der formalen Möglichkeiten eine permanente Herausforderung.

Albrecht ist nicht nur in der Wahl seines künstlerischen Themas konstant, sondern auch in der seines Materials. Für ihn liegt im Stein jener besondere Reiz, der dreidimensionales Gestalten ausmacht. Bloß dann und wann gestattet er sich einen Ausflug in die Eisenplastik oder die Bronze, um schließlich dem ältesten Bildhauermaterial Stein unumstößlich treu zu bleiben.
Die Härte des Steins stellt eine Herausforderung dar – sie verlangt ein langsames Herangehen, eine bedächtige Arbeitsweise. Spontaneität lässt ein Stein nicht zu, sodass der künstlerische Arbeitsprozess behutsam erfolgen muss: Nur langsam schält sich die Plastik aus dem Stein, wiewohl Veränderungen des Konzepts während der Arbeit sehr wohl möglich sind.
1997 führte Albrecht den Grabstein für Elias Canetti aus, da zu dem Schriftsteller in dessen letzten Lebensjahren ein intensiver Kontakt bestand. 1999 entstand das Bühnenbild für die Tanzproduktion der Bregenzer Festspiele „Kathedrale“.

Albrecht ist in Vorarlberg mit zahlreichen Skulpturen im öffentlichen Raum präsent. Vor dem Juridicum in Wien steht seit 1983 ein großer Bronzekopf. Im Laufe seiner künstlerischen Karriere wurden ihm zahlreiche Auszeichnungen zuteil, 1987 erhielt er den Internationalen Kunstpreis des Landes Vorarlberg, und 1980 wurde ihm der Professorentitel zugesprochen. Herbert Albrecht lebt und arbeitet in Wolfurt, Vorarlberg.

Wir gratulieren zum bevorstehenden 90. Geburtstag. 
Galerie Chobot