Karl Anton Fleck.

Meiner Flügel Blut färbt den Wind
Vernissage: 26.11.2013 19:00
27.11.2013 bis 25.01.2014


Kommende Ausstellung:
Eröffnung: 28.1.2014, 19 Uhr

Karl Anton Fleck wurde am 9. Juni 1928 in Wien geboren. Er absolvierte  ab 1942 eine Lehre im graphischen Gewerbe, als Tiefdruckretuscheur, und schrieb sich 1948 am Institut für Jazzmusik im Fach Schlagzeug ein. 

Fleck oder KAF, wie er oft genannt wird, war als Künstler Autodidakt mit Mehrfachbegabung. Sein zeichnerisches und malerisches Gesamtwerk lässt sich in den Zeitraum zwischen 1950  bis 1983 eingrenzen.

Die Formensprache seines Frühwerks, das sich aus informellen und tachistischen Bildern zusammen setzt , zeugt  von einer  Spontaneität , die Fleck als Jazzmusiker, der vor allem Free Jazz gespielt hat, entgegengekommen sein dürfte. Mitte der 60er Jahre findet Fleck zu seinem individuellen Zeichenstil. Seine Bildinhalte bleiben fortan figurativ und gegenständlich. Neben einer großen Anzahl von Porträts, Stadtbildern und Landschaften sowie Akten, beginnt er sich thematisch mit der westlichen Konsumgesellschaft, der Umweltpolitik und mit Fragen zur Künstleridentität  auseinanderzusetzen.

Er zeichnet menschlich-animalische Geschöpfe, die vor dem Hintergrund, einer absurden oder meist opaken Raumkulisse dargestellt werden.

Selbstverfremdungen nehmen einen breiten Raum im zeichnerischen Werk von Karl Anton Fleck ein. Ein Infrage stellen des eigenen Ichs unter Konzentrierung aller Aggressionen auf dieses Ich. Sie führen zu den Selbstbefleckungen, zu den Mutationen, in denen der Zeichner die eigenen Gesichtszüge zu tierischen verfremdet oder hinter historischen Masken und Kostümen verbirgt. Seine anthropologischen Schilderungen über die Auflösung des Ichs zeichnen sich durch Ernsthaftigkeit, Zynismus und Ironie aus.

1978 findet anlässlich seines 50. Geburtstages eine Einzelausstellung im „Museum des 20. Jahrhunderts“ („20er Haus“) in Wien statt. 1980 erhält er den Preis der Stadt Wien für Grafik. Obwohl Fleck immer wieder künstlerische Preise erhält, arbeitet er bis zu seiner Pensionierung in seinem Brotberuf als Retuscheur weiter. Im Dezember 1983 stirbt Karl Anton Fleck unerwartet in seinem Atelier.

Flecks Werke befinden sich in Privatsammlungen sowie in Museen und Kunstinstitutionen, wie Leopold Museum, Rupertinum (Salzburg), Albertina, Artothek des Bundes, Kulturamt der Stadt Wien, Sammlung Essl (Klosterneuburg), Museum Liaunig (Neuhaus, Kärnten), Kunstmuseum Hälsingborg (Schweden), Bauholding STRABAG und MOMA (New York).