Josef Danner

"strange angels", Zeichnungen
Vernissage: 18.09.2003 18:00
19.09.2003 bis 11.10.2003



Josef Danner: 1955 in Amstetten / Niederösterreich geboren

Studium Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien
in den 80er Jahren Mitglied diverser Musikgruppen: "Molto Brutto", "Ganslinger"
(Kassettenproduktionen und CD’s, 2 LP’s Plattenedition "Singles-Club"),
Einzel- & Gruppenaussstellungen im europäischen Raum

Studienaufenthalte in Paris und Island
lebt und arbeitet in Niederösterreich, Wien und im Burgenland

Arbeiten des Künstlers befinden sich sowohl in öffentlichen (Museum des 20.Jhdts., MUMOK Wien, Neue Galerie Graz, NÖ Landesmuseum St.Pölten, neue Galerie Linz,
als auch privaten Sammlungen ( Museum Stifte Admont, Generali Foundation etc.)

Zu den Zeichnungsserien

Seit Beginn der 90er Jahre habe ich mich, parallel zur grossen Serie der schwarzen Bilder, vermehrt mit dem Einsatz graphischer Techniken beschäftigt (Zitieren und Collagieren von graphischem "Fundmaterial", Bearbeitung mit Hilfe des Fotokpierers und des Computers).

Ausgelöst wurde das durch eine zunehmende Unzufriedenheit mit den Möglichkeiten vor allem der informellen Malerei, wenn es um die Kommentierung der "Welt" ging.

Solche Methoden des "samplings" wurden auch auf das Erstellen von Texten angewendet und die beiden Elemente Bild und Text in Beziehung gesetzt.

Logischer Ausdruck dieser neuen Methodik waren Serien von Siebdrucken, Editionen, ein Buch und große Plakatprojekte im öffentlichen Raum:
1) Plakatprojekt im N.Ö.Regierungsviertel in St. Pölten in Zusammenarbeit mit der "Galerie und Edition Artelier" in Graz, 1996 – 99
2) Plakatprojekt in Zusammenarbeit mit der Fa. "Heimatwerbung"auf 300 kommerziellen Werbeflächen in ganz N.Ö., August 2003.

In den letzten Jahren beschäftigte ich mich vermehrt mit der Umsetzung dieser Methodik in (teilweise grossformatige) "Zeichnungen". Beabsichtigt ist nicht Skizzenhaftigkeit, sondern mittels genauer handwerklicher Ausführung eine ikonenhafte, oft auch bewusst "pathetische" Wirkung.
Stark pigmenthaltige Farbkreiden, Graphit und Schwarzkreide erzeugen den Eindruck einer "Malerei mit anderen Mitteln".
Einzelne Wörter oder banale Sätze können dank diverser automatischer Übersetzungsweisen von Computerprogrammen zum Ausgangspunkt für kryptische Bildzeichen werden.
Pathos und Negation des Pathetischen aufgrund des durchweg banalen Ursprungs des Ausgangsmaterials befinden sich in einem beabsichtigten Spannungsfeld. Elemente des Trivialen gehen mit Agitprot-Ästhetik und konstruktivistischen Elementen eine absurde Synthese ein. Bruchlinien und Unvereinbarkeiten sind erwünscht. Josef Danner, 2003