Oskar Bottoli 1921- 1995

Skulpturen und Zeichnungen
Vernissage: 17.01.2012 19:00
18.01.2012 bis 25.02.2012


Nächste Ausstellung:
Michael Kos
"selbst ich nicht", Objekte
Eröffnung: Dienstag, 06. März 2012, um 19:00 Uhr

Oskar Bottoli
war der erste Schüler von Fritz Wotruba. Aufgrund einer Kriegsverletzung (Durchschuss der rechten Speiche) kam Bottoli in ein Lazarett. Dort schnitzte er zuerst Figuren für ein Schachspiel, als eine Krankenschwester auf ihn aufmerksam wurde und ihn anregte, weiter zu schnitzen. Nach einigen erfolglosen Versuchen, eine Kunstschule zu besuchen, landete er bei Wotruba. Er zeigte ihm einen Mozart-Kopf. „Sie, die Orbeit gfollt mir, wolln S’ zu mir kuma?“

„Unter den Bildhauern seiner Generation ist Bottoli wohl der urwüchsigste, saftigste, kräftigste und auch derjenige zu nennen, in dessen Werk am meisten von der Ursprünglichkeit und Monumentalität archaischer, ägyptischer, romanischer Plastik fortlebt. Er liebt wuchtige, pralle Figuren, formt gern stämmige Leiber. Ein Element des Volkstümlichen und Grotesken ging in sein Schaffen mit ein“, schrieb der Kunstkritiker Johann Muschik. Eine große Rolle spielte für Bottoli die Auseinandersetzung mit Literatur, sie lieferte ihm zahlreiche Anregungen für seine Skulpturen. Jeden Abend nach der Bildhauerarbeit widmete er sich dem Lesen. Wenn ihn eine Figur „ansprang“, seine Phantasie beflügelte, konnte daraus eine Skulptur werden. Die Bronzegüsse im Wachsausschmelz-Verfahren fertigte er selbst an. „Während der Arbeit entsteht geradezu ein Zwiegespräch mit dem Material. Es regt an, inspiriert, deprimiert und gibt aber auch oft nur durch einen Kratzer, eine Zeichnung, eine Form, die im Material selbst liegt, der Arbeit eine neue Wendung.“ Als ich Bottoli einmal traf, hatte er Probleme mit seinen Händen. „Die Bronze war so heiß, dass sie mir durch die Handschuhe die Finger verbrannte, aber ich konnte den Guss nicht fallen lassen, sonst wäre er kaputt gewesen.“ Wenn es um das Werk geht, kann man sich von solchen „Kleinigkeiten“ nicht beirren lassen.

Manfred Chobot

1921 geboren in Wien
1945 bis 1953 Studium bei Fritz Wotruba an der Akademie der Bildenden Künste Wien, dann als freischaffender Künstler tätig. Mitglied der Wiener Secession
1995 gestorben am 19. September in Wien

Ausstellungen (Auswahl)
1957 Neue Galerie, Wolfgang Gurlitt-Museum, Linz
1962 Secession, Wien
1976 Museum für Angewandte Kunst Wien
1981 Galerie Hilger, Wien, Galerie Brodil, Salzburg
1982 art Basel (Galerie Hilger), Kunsthalle Schaller, Stuttgart
1986 BAWAG Foundation, Wien
2012 Galerie Chobot, Wien

Preise
1961 Premier des 2 Salon Bosio, Monte Carlo
1966 Theodor Körner Preis
1983 BAWAG-Preis für die Ausstellung in der Orangerie des Palais Auersperg