Timo Huber

Architekturgruppe ZÜND-UP "CUT" Zeichnungen, Fotomontagen
Vernissage: 10.09.2002 19:00
10.09.2002 bis 11.10.2001


 

 
Unterschiedliche Medien, Montage, Zeichnung

ähnliche Denkansätze, Schnittmuster : CUT

engl.. 1.Schnitt, Hieb, Stich, Ausschnitt, Graben,usw.

2.schneiden, schnitzen, beschneiden, aussschneiden

3.geschnitten, betrunken; cut and dry fix und fertig

Timo Huber nahm am Wiener Aktionismus teil und war Mitbegründer der Architekturgruppen ZÜND-UP und SALZ DER ERDE. Einige der damals entstandenen radikalen Eingriffe in das Architekturverständnis der späten sechziger Jahre ( wie der Great Vienna Auto Expander) wurden 2001 in die große Ausstellung "Les Années POP/The POP Years" im Centre Pompidou in Paris aufgenommen.

Timo Huber hat die Faszination, vorgefundenes Material zu neuen Inhalten zusammenzufügen, nie verlassen. Durch bestimmte Techniken werden die unterschiedlichen Ebenen dieser Bildwelten aufgedeckt und zugespitzt. Die Grenze zwischen der oberflächlichen "Wahrheit" der gefundenen Bilder und der Irritation der Bearbeitung verschwimmt, die Intervention in scheinbar feststehende Vereinbarungen beunruhigt.

Die Ausstellung CUT zeigt Zeichnungen und Montagen der letzten zwei Jahre.

Zum ersten Mal nimmt die Zeichnung einen größeren Stellenwert ein, um tiefere psychische Ebenen freizulegen. Die Montagen setzen die Intervention in vorgefundene Bilderwelten konsequenter und schärfer um. Die CUTs/Schnitte öffnen Einblicke in differenzierte Ebenen der Vermittlung und des Verstehens.

Die Codierung des vorgefundenen Materials, die eigentümliche Magie der Sammlung und Zersplitterung einzelner Bildelemente werden durch CUTs in andere Wirklichkeiten transformiert.

Der CUT in die triviale Realität "verrückt" uns bekannte Alltäglichkeiten vom angestammten Platz, verändert die Dimensionen der Räume, der beteiligten Akteure und der Zeit. Der Körper, das Abbild hat sich in Teile zerlegt, die Fragmente fordern zu neuem Dialog. Die Aussagen dieser verdichteten Bilder liegen auch in der Gedankenwelt von Beaudrillard, seiner Texte über die Bresche in eine Art von Abgeschlossenheit, der Öffnung, durch die "der Andere" existiert. Und in der Aggression von Patty Smith und den Metaphern der Songs von Tom Waits.