Alfred Haberpointner.

Skulpturen "Köpfe"
Vernissage: 15.10.2002 19:00
16.10.2002 bis 15.11.2002


 

Alle Köpfe verstehen sich als eine geometrische Grundform, die in Analogie zur Natur erschaffen wurde. Das Material ist immer Holz. Durch unterschiedliche Bearbeitung, wie Schlagen, Hacken, Reißen, Zersägen, Spalten, Schwärzen, Weißen, Brennen, variiert der Künstler das Erscheinungsbild der Holzskulptur: Einmal wirkt die Rundform schützend und umhüllend, einmal nach allen Seiten hin offen und verletzt. Mit dem Balanceakt zwischen Schwere und Schweben, dem weichen pelzigen Eindruck aus entfernter Sicht sowie durch die transparent werdende Oberfläche schwindet die Greifbarkeit der Skulptur und wird rätselhaft.

Obwohl die Formen nur Kopfähnlichkeiten in sich tragen, rufen sie beim Betrachter Erfahrungspotentiale auf, die er mit richtigen, gesehenen Köpfen verbindet, ohne dass er individuelle Zuordnungen durchführen kann. Der vereinzelte Kopf hat in der bildenden Kunst des Abendlandes und auch der anderen Kulturen eine feste Tradition. Er kann Träger von Schönheit, der des Gesichts und Antlitz sein, aber auch Opfer oder Zeichen des Triumphes. Köpfe – von aufrecht bis rollend – lassen sich wie kaum ein anderer Körperteil des Menschen sofort mythologisieren. In der Tat tragen die Köpfe von Haberpointner archaische Züge in sich, doch dieses nicht als Referenz oder Verweis an eine alte Kultur, sondern als eine formale und ästhetische Haltung.

(Text teilweise aus Eröffnungsrede in Köln am 27.1.2002 von Dieter Ronte entnommen.)

Alfred Haberpointner
1966     in Salzburg geboren
1980-84     Fachschule für Bildhauerei
Förderungspreis der Hochschule für Gestaltung/Linz
1991     Studienabschluss an der Hochschule für Gestaltung/Linz
1992     regelmäßige reisen nach Italien
1993     mehrmalige Aufenthalte in Köln
1994     Arbeitsstipendium Paris/ Land Salzburg
1997     Theodor Körner Preis
1998     Arbeitsstipendium New York/ Bundesministerium Österreich
2000     Arbeitsstipendium New York/ Land Salzburg
2001     Talentförderungspreis/ Land Oberösterreich