Galerie zum Roten Apfel

Künstlerpositionen der 60er Jahre in Wien
Vernissage: 16.01.2003 19:00
17.01.2003 bis 21.02.2003


 

Erich Brauner (E. Thage) geb. 1939 in Graz, gest. 1967 in Wien (Freitod), Karl Anton Fleck geb. 1928 in Wien, gest.1983 in Wien, Martha Jungwirth geb.1940 in Wien, lebt in Wien und Neumarkt/Raab, Hans-Jürgen Leskowa geb. 1941 in Wien, lebt in Wien und Waldviertel, Walter Malli geb. 1940 in Graz, lebt in Wien, Claus Mayrhofer (Harun Ghulam Barabbas) geb. 1943 in Wien, lebt in Bendigo/Australien, Richard Pechoc geb. 1939 in Wien, lebt in Wien, Drago J. Prelog geb. 1939 in Celje/Slowenien, lebt in Wien, Wilfried M. Zimmermann geb. 1930 Hohenems, lebt in Wien

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog (Hrsg. Semirah Heilingsetzer), 152 S., Euro 35,30 mit einem Text von Kristian Sotriffer.Die Galerie "Zum Roten Apfel" wurde 1959 von den beiden Künstlern Richard Pechoc und Walter Malli gegründet, mußte jedoch nach sechsjährigem Bestehen im Jahr 1965 schliessen. Während dieses Zeitraums konnten 30 in- und ausländische Künstler in 17 Einzel- und 13 Gruppenausstellungen vorgestellt werden.
Es handelte sich um eine Gruppe von Künstlern von denen einige als Musiker aktiv waren und die "Masters of Unorthodox Jazz" bildeten.

Die Galerie stellte in der damaligen Wiener Galerienlandschaft ein zwar kleines, jedoch wichtiges Forum für Künstler und Kunstinteressierte dar, da sie auch Stilrichtungen präsentierte, die außerhalb der damals in Wien vorherrschenden "Wiener Schule des Phantastischen Realismus" oder des "Abstrakten Expressionismus" und des "Informel" lagen.
Die "Informellen wurden u.a. von den Galerien "Galerie nächst St. Stephan" oder der Galerieim Griechenbeisl" vertreten.

Der Beitritt zur Islamischen Gemeinde Hamburg - schon im März 1958 – verschaffte ihnen zudem eine Position in der Kunstwelt, die sich von den Konventionen der sogenannten Avantgarde um die Galerie "nächst St. Stephan" absetzten konnte. Wie Malli und Pechoc ausdrücklich betonten, war der Übertritt eine klare Distanzbekundung gegenüber den parteipolitischen und kirchlichen Institutionen der Nachkriegsavantgarde in Wien. Was in Amerika als "Abstrakter Expressionismus" begonnen hatte, in dem die Aktion des Malens selbst die Hauptsache wurde, wurde bei Pechoc und Malli umgewandelt in einen Akt des ritual-pulsiven Malens", in dem die Aktion zum Ausdruck des Glaubensbekenntnisses zum Islam wurde.