Josef Pillhofer.

"Einform", Skulptur, Tuschzeichnungen
Vernissage: 30.11.2004 19:00
01.12.2004 bis 30.12.2004



Constatin Brancusi hat in geradezu visionärer Weise die formale Reduktion der Gestaltung bis in die gegenstandslose Darstellung vorangetrieben, er verknappt den menschlichen Kopf bis zur völlig glatten Ovalform, in der die in der Natur entwickelte Eiform erblickt werden darf.

Josef Pillhofer hat immer wieder zum Diskurs mit der geläuterten Naturform herausgefordert.. Pillhofer bezeichnet dieses Werk Brancusis für sich selbst als "Einform", in welcher er einen seiner Grundsätze verwirklicht sieht. Das Dinghafte an sich, das dem Innersten die äußere Form gibt. In vergleichbarer Weise stellte Pillhofers eigene "Liegende Kopfform" aus der Mitte der sechziger Jahre die radikale bildhauerische Manifestation seiner eigenen philosophisch - ästhetischen Überlegungen dar.

Josef Pillhofer setzt sich ab den fünfziger Jahren mir der Reduktion der menschlichen Figur auf kubische Formen auseinander. Anders als bei Wotruba ist Pillhofers Ausgangspunkt jedoch nicht die Addition und Verklammerung von einzelnen Teilblöcken, sondern die Erfahrung der Skulptur als einen einheitlichen, raumverdrängenden Körper.
Josef Pillhofer im Gespräch mit Dr. Franz Smola.
Josef Pillhofer
1921     in Wien geboren
1938-41     Kunstgewerbeschule in Graz, Bildhauerklasse Prof. Wilhelm Gösser
Förderungspreis der Hochschule für Gestaltung/Linz
1946-50     Studium an der Akademie der bildendenden Künste, Wien, bei Fritz Wotruba
1951     französisches Stipendium an der Académie de la Grand Chaumière bei Ossip Zadkine, rege Kontakte zu Constantin Brancusi, Henri Laurens, Alberto Giacometti und Serge Poliakoff
1952     Ausstellung in der Galerie Würthle, Wien
1954     Teilnahme an der Biennale, Venedig auf Empfehlung von Josef Hoffmann
1968     Verleihung des Österreichischen Staatspreises
1970-81     Professor an der Abteilung für Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule, Graz 1973
Ausstellung in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz
1984+92     Ausstellung im Salzburger Landesmuseum Rupertinum
1991     Ausstellung in der Albertina, Wien
1997     Retrospektive im Egon-Schiele-Zentrum in Krumau, Tschechien
2002     Ausstellung der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien