Sevda Chkoutova.

"child`s play"
Vernissage: 26.01.2006 19:00
26.01.2006 bis 09.03.2006



Sevda Chkoutova, geboren und aufgewachsen in Sofia, hat den Großteil ihrer Studienzeit in Wien verbracht, wo sie ihr Grafik- und Malereistudium an der Akademie am Schillerplatz (bei Sue Williams und Muntean/Rosenblum) vor vier Jahren abschloss. Seither präsentiert sie ihre Arbeiten an verschiedensten Orten im In- und Ausland (Wien, Innsbruck, Sofia, Chicago, Hamburg etc.).

Die neue Werkserie trägt den Titel „Child`s Play“ und verweist damit auf eines der zentralen Themen in Chkoutovas bisherigem Schaffen. Die vorwiegend großformatigen Graphit- und Kreidezeichnungen thematisieren das Phänomen „Kindheit“ in all seinen Facetten und mit großer Liebe zum Detail: ausgehend von Fotografien aus dem Fundus von Freunden und Bekannten, aber auch der eigenen Familie, entsteht - meist über einen Zeitraum von mehreren Wochen - eine Art Neuinszenierung und Überarbeitung von Kindheitserinnerungen. Die freie Übertragung in große Formate erweist sich dabei als adäquate Methode, denn der an den riesenhaften Figuren angewandte Fotorealismus wird durch eine eigenwillige Formsprache erweitert, die viel Platz beansprucht - komplexe Linienführungen, Ausradierungen und Schraffuren dehnen und verdichten sich zu üppig-biomorphen oder feingliedrig-floralen Mustern. Darin kommt nicht nur die osmotische Verschränkung von Erinnerung und Fantasie, Alltagsrealität und Wunsch-(oder auch Wahn-)Vorstellung zum Ausdruck, sondern werden auch Brechungen allseits gültiger Klischees wie Süße, Reinheit und Unschuld in Gang gesetzt.
Die Genauigkeit, mit der Gesten und Blicke erfasst werden, sperrt sich gegen jeglichen Romantizismus, wohl aber lässt sie Raum für diskret-humorvolle und besonnene Annäherungen an das Sujet, das Wildheit, Witz und Ungestüm ebenso beinhaltet wie Angst und Beklemmung. Spiel vermengt sich mit purem Ernst, Realität mit Fiktion.
In virtuoser Materialbeherrschung zeugen Chkoutovas Bilder vom notwendigen Feingefühl gegenüber diesen vielfältigen Stimmungslagen. Die verstörende und zugleich anziehende Wirkung der Blätter resultiert nicht zuletzt aus der intensiven und reflektierten Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung. Sabine Mostegl

Biographie:
1978     geb. in Sofia, Bulgarien
1996     Abschluss des Gymnasiums für angewandte Kunst in Sofia
1998-2002     Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Prof. Sue Williams, Muntean/Rosenblum)
2004-2005     Aufenthalt in Chicago

Lebt und arbeitet in Wien.

Einzelausstellungen:
2005     Galerie Griffin, Chicago, USA
Zeichnungen, Galerie am Großneumarkt Margret Kruse, Hamburg, D
2003     Landscapes, Galerie Chobot, Wien (gemeinsam mit Christoph Buchegger)
Galerie Chobot, Wien
Galerie 11, Sofia, BG
Galerie Griffin, Chicago, USA
Galerie Nava, Sofia, BG

Gruppenausstellungen (Auswahl):
2006     contact.by.art.pl, Solvay - Centrum Sztuki Wspólczesnej, Krakau, PL
2005     Gallery 1633, Chicago, USA
2004     Galerie am Großneumarkt Margret Kruse, Hamburg, D Malerin male mir, Galerie Chobot, Wien
2002     Junge Kunst, ART Innsbruck
kunst wien, MAK-Kunstmesse, Wien
2001     Triagonal, Kupferstichkabinett, Akademie der bildenden Künste, Wien Graffinova - Internationale Ausstellung für Grafik, Vaasa, FI
1999     Meisterklasse Sue Williams, Kupferstichkabinett, Akademie der bildenden Künste, Wien
1996     Women creators of the two seas, UNESCO-Ausstellung, Thessaloniki, GR