Alfred Haberpointner.

Skulpturen
Vernissage: 20.04.2010 19:00
21.04.2010 bis 21.05.2101


 

Alle Köpfe verstehen sich als eine geometrische Grundform, die in Analogie zur Natur erschaffen wurde. Das Material ist immer Holz. Durch unterschiedliche Bearbeitung, wie Schlagen, Hacken, Reißen, Zersägen, Spalten, Schwärzen, Weißen, Brennen, variiert der Künstler das Erscheinungsbild der Holzskulptur: Einmal wirkt die Rundform schützend und umhüllend, einmal nach allen Seiten hin offen und verletzt. Mit dem Balanceakt zwischen Schwere und Schweben, dem weichen pelzigen Eindruck aus entfernter Sicht sowie durch die transparent werdende Oberfläche schwindet die Greifbarkeit der Skulptur und wird rätselhaft.

Der vereinzelte Kopf hat in der bildenden Kunst des Abendlandes und auch der anderen Kulturen eine feste Tradition. Er kann Träger von Schönheit, der des Gesichts und Antlitz sein, aber auch Opfer oder Zeichen des Triumphes. Köpfe – von aufrecht bis rollend – lassen sich wie kaum ein anderer Körperteil des Menschen sofort mythologisieren. In der Tat tragen die Köpfe von Haberpointner archaische Züge in sich, doch dieses nicht als Referenz oder Verweis an eine alte Kultur, sondern als eine formale und ästhetische Haltung. (Text teilweise aus Eröffnungsrede in Köln am 27.1.2002 von Dieter Ronte entnommen.)